Mittwoch, 21. Oktober 2015

Merkel´s Mourning Speech

Angela Merkels Umgang mit der politischen Realität erweckt mittlerweile - spät genug - auch Unmut in den eigenen Reihen, nicht allein in Seehofers bayerischer CSU.  Dass ihr politisches Gebaren - eine einzigartige Mischung aus Machtinstinkt und Naivität, aus Opportunismus und Kita-Pädagogik - im Umgang mit der deutschen Sprache zum Ausdruck kommt, hat Michael Klonovsky in seinem Essay Angela Merkel. Eine Bilanz demonstriert. Ich möchte ihn den Lesern meines Blogs noch einmal empfehlen. Ich darf zusätzlich an meinen betreffenden Eintrag erinnern: Historisch-politische Sprachkritik der Merkelei 

Bei der  Morgenlektüre der Zeitung - laut Hegel das moderne Pendant zur Bibel -, genauer: der von  Auflagenrückgang betroffenen FAZ (21.10.2015, S. 7), stieß ich auf ein weiteres Beispiel von Merkels öffentlicher Sprachkunst. Der Anlaß war eine Gedenkfeier am Gymnasium im rheinischen Haltern, wo des Todes von sechzehn Schülern und zweier Lehrerinnen gedacht wurde, die vor einem halben Jahr bei dem von einem psychisch kranken Kopiloten inszenierten Flugzeugabsturz in den französischen Alpen ums Leben kamen.
In Haltern wurde seither, so erfährt man aus der  FAZ, allerlei von den Medien begleitete "Trauerarbeit" - ein gewöhnlich für bundesrepublikanische Schuldrituale reservierter Terminus - geleistet.

Angemessene Worte zum Gedenken an die Opfer eines zutiefst sinnlosen Geschehens zu finden, dürfte viele überfordern. Merkel, die anläßlich der Trauerfeier im Kölner Dom einen Besuch in Haltern zugesagt hatte, war um diese Aufgabe nicht zu beneiden. Gleichwohl  verdienen - im Hinblick auf die deutsche Willkommenskultur sowie die Sprachkompetenz der von Merkel in Massen eingeladenen Migranten-Flüchtlinge-Neubürger -  Zitate aus ihrer öffentlichen Ansprache festgehalten zu werden.

Sie sei gekommen, um zu zeigen, "dass ich an Sie denke, dass die Bundesregierung an Sie denkt, aber dass auch viele Menschen in Deutschland weiter an Sie denken." "Vielleicht ist Haltern ja auch ein Beispiel geworden, wie man in einer so fürchterlich traurigen Situation trotzdem Gemeinschaft zeigen kann." "Das, was ich mitnehme, ist, dass Sie versuchen, hier gemeinsam damit fertig zu werden."