Ein
Teppich des Lebens, dunkelfarbig
Das
Muster kenn ich seit Knabenzeit. Erfunden
von
einem, des Namen beim Shoppen keiner erkennt
samt
dem Greifen an dem Gebäude einst stolzer Bürger.
Von
dort zogen singend hinaus sie im Frühtau.
In
der Dämmrung jetzt führt mein Weg dahin zurück.
Zu
wahrem und schöneren Leben
als
jener Satten im kleingroßen Reich -
spät
in den Sattel gesetzt zu eitlem Wettstreit
mit
den andern längst mächtigen Reichen -
brachen
sie auf, frisch, frei und liedreich...
O
Mensch! Gib acht! Sprach vom Berge der Gott.
Und
sie lauschten - im Bannkreis der Flamme - dem Meister,
der
besang die Anmut der Städte an Mosel und Rhein
und
Maximins Schönheit in München; und kündete
das
Neue Reich, Geheimnis der Edlen aus Hellas.
Längst
lagen Schatten über Hesperien.
Da
zogen sie, suchten sie jenseits des Tales,
unweit
der Zelte, im Reiche
tief
drinnen auf mondlichter Flur
die
nachtblühend blaue Blume.
Ein
junges Geschlecht, freien Muts und reinen Gemüts,
sie
schworen sich ewige Jugend. Es brauste der Ruf
von
Langemarck. Schrill schrien im Frühling
die
Zugvögel über der Insel. Feldgrau verwelkte
des
Vaterlands Blüte in Flandern. In Flanders fields
the
poppies blow // Take up our quarrel with the foe
schrieb
ein andrer und starb für Britanniens Ruhm.
Für
sich - und die Jungen des Reichs in der Mitte -
schrieb
sein
Erlebnis der Leutnant pour
le mérite.
Bald
ging´s hinaus zu gewinnen endlich das Reich.
In
neuen Bünden erblühte die Jugend.
Jung
wolln wir sein und frei. Befreiung von Knechtschaft
verhieß
Licht aus Osten den einen,
einen
friedlichen Ritt gen Westen wagten die andern.
Doch
alle, ja alle, warn bereit für den Aufbruch ins Reich.
Bewegt
von Träumen der Jugend. Sing, sing...Wer will singen
von
dem was geschah? Begraben in Asche lag der fromme Wahn.
Von
baltischer Küste flohen die Mütter mit Kindern und Greisen,
in
die Reste des Reiches. Nahmen Abschied von Jablonec nad Nisou.
Gegen
Kopfläuse kämpften die Frauen in Hütten named Nissen.
Auferstanden
aus Ruinen lebte vergessend ein satteres Volk.
Und
einmal wieder, Kameraden, standen wir auf. Es lockten
Meere
und Wogen. Junge Jäger durchstreiften des Pelions Wälder,
Bis
plötzlich hervorbrach ihr Zorn aus verletztem Gemüte,
aus
Scham verlorener Unschuld.
Alte
Lieder noch singen die Alten. Klagen erklingen
von
wilden Schwänen und Schwedens Schären.
Du kennst noch Gesänge von
Väterchen Franz?
Queer und gehorsam rappen die
Jungen und schwören
auf
ewige Werte, nicht ewige Jugend.
Für den Freund Eckard Holler,
zum 84.
Geburtstag am 19.12.2025 in Berlin-Mitte
Herbert
Ammon