Donnerstag, 10. März 2016

Postmodernes Glaubensbekenntnis: Psychopath vs. cooler Rebell

I.
Alles starrt bereits jetzt auf die Hochrechnungen am kommenden Sonntag: Wie hoch steigen um 18.05h (oder bereits um 18.01?) auf den Skalen der demokratischen Geigerzähler die blauen Säulen für die AfD, wieviel verliert die CDU (sola Angelae gratia), wie tief sackt die SPD in Baden-Württemberg sowie in Sachsen-Anhalt, wie steht´s mit den roten Säulenstümpfen der "Linken"  im Musterländle und in Rhld.-Pf.? Bewahrt der Landesvater Kretschmann die Grünen vor einer Depression, verursacht von den sinnlichen Vorlieben des  Religions-, Drogen-, Menschen- und Schwulenrechtsexperten  Beck (unlängst für vier Wochen krankgeschriebenen, noch immer MdB) ? Was wird dann aus der vielfältigen Sexualaufklärung im schwäbischen Vorschulalter?

Der Blogger, als evangelischer Landeskirchensteuerzahler zusehends religiös insensibel, verfügt trotz des von Habermas et.al. proklamierten  post-secular turn, nicht über die Gabe (=charisma, agr.) )der Prophetie. Welche Prozente und Koalitionen in den drei Bundesländern nach dem 13. März demokratisch addiert werden, weiß allein der Himmel. Angekündigt sei an dieser Stelle immerhin eine Globkult-Betrachtung über den Niedergang der SPD. Den Anstoß dazu gab indes nicht erst der Artikel von Bernd Greiner in der Zeit (v. 11.03.2016), Zentralorgan der bundesrepublikanisch Wohlmeinenden, in dem er seine innere Abkehr von der von Merkel beerbten Leipzig-Eisenacher Tante bekannte.

II. 
Doch was kümmern uns die realen Flüchtlinge und die von Merkels Einladung beflügelten Migranten im besten youth-bulge-  und Mannesalter, wo es um existenzielle, ja religiöse Fragen geht? Antworten findet der Blogger in der heutigen  Jungen Freiheit,  ehedem vom Bundesverfassungsgericht aus der von NRW-Kaffeeriechern gezogenen Verdachtzone befreit, heute das Zentralorgan der deutschen demokratischen Dissidenz. Einem der Journalisten (oder einer J-in) gelang es, die Mag.a.  Monika Donner, heute Juristin im Verteidigungsministerium, zuvor Offizier (ohne -in) im österreichischen Bundesheer (nicht zu verwechseln mit der von der allgemeinen Wehrpflicht  befreiten Truppe von der Leyens) für ein Interview, genauer für die seit Marcel Proust beliebte Technik des Fragebogens zu gewinnen.

Selbst im Verteidigungsministerium läßt Donner (Offizier z.b.V.?) für Jasmin, ihre Frau  - doch gewiß auch für das (gemeinsame?) Kind?  - "alles stehen und liegen". Familienpflichten gehen offenbar der juristisch-militärischen Abwehr des altbösen Feindes vor. Nach ihren geistigen Prägungen befragt, nennt die "Juristin  & Autorin"  Donner - "die Bibel: Richtig geil ist, daß der psychopathische Pseudogott im ersten Teil (Altes Testament) seinen erbittertsten Kontrahenten im coolen Rebellen des zweiten Teils (Neues Testament) namens Jesus hat. So ergibt die Bibel einen Sinn, Religion allerdings nicht."

Als ihre musikalischen Vorlieben  führt Mag.a. Donner "Hard Rock bis Death Metal, Meditationsmusik, Rauschen des Baches und des Windes" an. Befragt nach dem für sie "einschneidendsten Ereignis der Welt", sagt sie sodann: "Damals: Urknall: Heute: 9/11". Wäre felix Austria nicht neutal, sondern in der NATO, wäre Frau Donner damit für einen Führungsposten im SHAPE-Hauptqartier in Brüssel qualifiziert. 

II.
Gut, für Österreicher, gelten die Fixpunkte und Regeln deutscher Sinnstiftung seit 1945 nicht mehr. Was mich an den obigen Bekenntnissen irritiert, ist die Frage nach dem geistigen Hintergrund und den Konsequenzen von Donners Bibelkenntnissen. Insofern Katholiken - nach protestantischem Vorurteil - eher selten zu eigenständiger Bibellekutüre neigen, ist zu vermuten, daß Mag.a. Donner in der alpenländisch-protestantischen Diaspora frühsozialisiert wurde. Dabei ist kaum anzunehmen, daß ihr eigenwilliges, manichäisch eingefärbtes Verständnis der biblischen Botschaft etwa aus dem Studium des protestantischen Theologen und Kirchenhistorikers Adolf von Harnack ("Das Wesen des Christentums", 1900; "Marcion. Das Evangelium vom fremden Gott", 1921) erwachsen sein könnte. Eher dürfte ihre Bibeldeutung aus weniger wissenschaftlichen, populären  Quellen stammen.

Monika Donner verfügt auch über eine Nahtoderfahrung und findet - beneidenswert - den Tod "wunderschön". Ob Frau  Donner mit ihrem postmodernen, erklärtermaßen religionsfreien Bibelverständnis außerhalb ihrer freigewählten communities ("Where I lay my head is home!", siehe Fragebogen) auf Sympathien trifft, steht dahin. Weder unter Katholiken (seit dem Vaticanum II) noch unter heutigen (!) Protestanten sind  derlei dualistische Spekulationen - bei aller sonstigen Toleranz - noch tolerabel. Zudem: 1902, nach Erscheinen des "Wesens des Christentum",  protestierte der Hamburger Rabbiner Paul Rieger empört gegen Harnacks Thesen von der ideellen und ethischen Überlegenheit des Neuen Testamentes.