Donnerstag, 16. Mai 2013

Pfingstreisen


Pfingstreisen

Liebe Leute, liebe Mitlaufende in den Weltläuften, liebe Verehrerinnen  und Verehrer (male chauvinists)  von GABI,

da ich, wenn ich mich nicht irre,  nachfolgende Botschaft aus Versehen nur meinen engeren Kreisen, nicht der www.community übermittelt habe, schicke ich sie noch einmal ins digitale Nichts (ehedem wissenschaftlich abwegig als "Äther" bekannt):

Vor Pfingsten, dem herrlichen Fest, das zum Reisen in die von Windparks noch verschonte  Natur einlädt,  muss noch gebloggt werden, damit die ratings stimmen, damit das Publikum bei Laune bleibt, damit der Blogger nicht in die Privatheit regrediert! Wer, zumal zu Pfingsten, des Geistes voll ist, muss sich im vom grün-konsensualen Gesülze gesättigten Lande, leider immer fragen, welch eigene  Botschaft er noch digital verkünden soll oder - im Hinblick auf  die strenge bundesrepublikanische Zivilreligion - verkünden darf.

Vorab die erste, für den Blogger ernüchternde Nachricht: Es besteht eine erhebliche Diskrepanz zwischen den  anschwellenden okkasionellen Aufrufen und den realen Aufrufen, d.h. dem durch Clicks bekundeten Leseinteresse der engeren community  an den derzeit 19 - nunmehr 20 - Blogs des in globaler Einsamkeit bloggenden Bloggers. Kann ich mit nur ca. 15 % der als reale Lektüreansätze registrierten "Einträge" mein seelisches Gleichgewicht als Blogger bewahren?

Die Antwort lautet "Ja". Selbst wenn die Liebe zu meinen Posts  in teutonisch-elektronischen Gefilden  zu  wünschen übrig lässt, so bestätigt sich nur erneut das Bibelwort vom Propheten, der nichts gilt in seinem Vaterlande.  Ich erfreue mich stattdessen  eines  treuen Publikums  a) in Übersee, im Lande Obamas, das derzeit von digitalen Hackersünden und politisch-moralisch inspirierter  steuerlicher Verfolgung politisch Andersgläubiger erschüttert wird b) in zunehmendem Maße, letzthin gar an erster Stille, im Reiche Putins. Bitte, liebe community, zählen Sie mich aufgrund dieses elektronisch ermittelten Faktums nicht zur fünften Blogger-Kolonne des  Mannes im Kreml. Auch dessen Freund Gerhard Schröder bin ich im Leben nur einmal persönlich begegnet, als der seine politischen Chancen sondierte und - zu Recht - diese  in meinem eng umgrenzten friedenspolitischen Umfeld  nicht erkennen konnte. Mit Gasprom habe ich leider auch nichts zu tun, andernfalls verfügte ich über reichlichere Einkünfte, vielleicht gar über ein hauseigenes TV-network und müsste nicht bloggen.

Höchstes Ziel eines Bloggers ist Popularität, er imaginiert sich als eine Art Volkstribun der elektronisch vernetzten Plebejer. Das erfordert volksnahe ("populistische") Kommentare seitens des Bloggers. Was, liebe community, bleibt uns  angesichts der  uns alle betreffenden  Schlagzeilen des Volksorgans BILD oder der demokratischen Informationsflut in den vielen online-Zeitungen  überhaupt noch zu sagen? Was sind unsere Empfindungen  angesichts der  Nachricht von der doppelten Brustamputation Angelina Jolies?

Dazu unsere spezifisch deutsche Seelenerforschung: Was empfinden wir angesichts des Münchner NSU-Prozesses gegen die Katzenfreundin Beate Z., Tochter eines in die USA entschwundenen rumänischen Studenten? "Endlich" - hieß es dieser Tage in den morgendlichen Nachrichten auf RBB - "endlich" ist  der Prozess in die Beweisaufnahme eingetreten. Halten wir´s mit der Ästhetik von BILD: "Der Teufel hat sich schick gemacht" oder schreckt uns derlei  gender insensitivity  ab? Bekanntlich hat der Teufel  eine Großmutter und verfügt zudem über eine beachtliche Truppe von Teufelinnen in seinem infernalischen Heer.