Donnerstag, 9. Januar 2014

Mediales Mitleid, medialer Mut und mediale Schönheit

Drei Geschehnisse, welche die Medienwelt (BILD etc., Qualitäts-, Print- und online-Erzeugnisse, dazu "Spiegel", "Stern" und "Focus", von der Glotze abgesehen) erschüttern, genauer: ihr als "Aufreger" (neogerman.  für aufsehenerregendes Vorkommnis, siehe auch Event) dienen, nötigen den Blogger zu einer Stellungnahme:

1) Seit Tagen nimmt das erwähnte Medienspektrum (einschließlich "Neues Deutschland" ?) aufgeregt Anteil am Zustand  des beim Skifahren oberhalb von Grenoble verunglückten Michael Schumacher ("Schumi"). Respekt und Sympathie gebührt der Frau des Verunglückten, die den ihr Haus belagernden Medienfritzen (und Medienmiezen) erklärt hat, sie sollten sie nicht belästigen und sich davonmachen.

2) Für seinen Mut, sich "geoutet", d.h. nach dem Rückzug aus  dem Fußballgeschäft medial (per Video etc.) seine Homosexualität  kundgetan zu haben, wird der frühere Nationalspieler Thomas Hitzlsberger von allen Seiten beglückwünscht,  vom grünen Menschenrechtsexperten Volker Beck sowieso, vom bereits vergessenen Ex-Außenminister Guido Westerwelle, auch von Angela Merkel (durch ihren Regierungssprecher). Es fehlt nach meinem derzeitigen Wissensstand noch der Bundespräsident.

Die genannten Medien sind von Hitzlbergers Bekennermut - über einige Jahre hatte er´s noch mit einer Freundin probiert -   ohnehin begeistert.  In meinem unübertrefflichen Internet-Medium "Yahoo" ist folgendes zu lesen: "Das öffentliche Coming Out von Ex-Fußballnationalspieler Thomas Hitzlsperger trifft bei Experten und ehemaligen Kollegen auf große Zustimmung. Die Kulturanthropologin Tatjana Eggeling forscht seit Jahren zum Thema Homophobie im Sport."  Na also. 

Geht es nach den Medien und den Politikern, so rangiert der "Mut" oder die "Zivilcourage" derer, die  in der "Zivilgesellschaft"  ihr "coming out" inszenieren, etwa gleichrangig mit dem eines Widerstandskämpfers gegen die Nazi-Diktatur. 

3) Die SPD, so ist aus  dem Munde des Parteivorsitzenden und Merkels Vizekanzlers Sigmar Gabriel zu vernehmen, wünscht für die Funktion der Generalsekretärin als Nachfolgerin von Andrea Nahles die Gewerkschafterin Yasmin Fahimi. Ob der Postenvorschlag innerparteilich  uneingeschränkte Zustimmung findet, steht noch dahin. Es stehen Gerüchte des Lobbyismus und der Postenschieberei im Raum. Für den Blogger ist letzteres Thema bedeutungslos. Ihn bewegt angesichts der beeindruckenden Schönheit der immerhin mit ???, jedenfalls einem Mann,  liierten Dame eine andere Frage: Soll hier wiederum nur die Frauenquote erfüllt werden oder steckt hinter der Nominierung  eine innerparteiliche homophobe Hetero-Lobby?