Dienstag, 2. Mai 2017

Deutsche Leitkultur: Leistungsfächer Mathematik und Deutsch

Kommt eine Debatte in diesem unserem Lande über eine - real deutsche, real europäische - Leitkultur - doch noch zustande? Als der Merkel-Rivale Friedrich Merz vor Jahren (anno 2009) eine Diskussion über Herkunft und Zukunft des integrationsbeflissenen Einwanderungslandes Deutschland anstoßen wollte, wurde seine Initiative unverzüglich von den Leitungsgremien und ideologischen Zulieferungsbetrieben der bundesrepublikanischen Zivilgesellschaft blockiert. Alle möglichen Geister fühlten sich berufen, das Nachdenken über ein zentrales Thema als "Rückfall in finstere Zeiten", als Wiederbelebung engstirniger, reaktionärer, nationalistischer, völkischer Denkmuster u. dergl. zu perhorreszieren. In Erinnerung geblieben ist eine Verlautbarung der Katholischen Jugend, die sich mit dem Begriff  "deutsche Leidkultur" hervortat. (Das sollte wohl witzig gemeint sein, sofern keine Spätfolge der deutschen Rechtschreibreform.)

Auch Angela Merkel, die zur gleichen Zeit noch kundtat: "Multikulti ist gescheitert", ließ ihren Parteifreund/-feind Merz im Regen stehen. Ende der Debatte. Die Schweigespirale schnappte zu, die immigration en masse dauerte an. Anno 2015 wurde sie in Millionenhöhe verstärkt, weil Merkel - nach plötzlicher Einsicht hinsichtlich der Folgen ihrer Einladung an alle Welt - aus tiefer Sorge vor  "hässlichen Bildern" die bereits umfassend vorbereiteten Grenzkontrollen wieder abblies, um sodann ein zutiefst patriotisches und humanes Bekenntnis abzulegen: Wenn man sie dafür kritisiere, dass ihr Land "ein freundliches Gesicht zeigt, dann  ist dies nicht mehr mein Land". Dixit Merkel. Merkels Manöver wurden von dem Journalisten Robin Alexander in einem beim Publikum höchst erfolgreichen Buch ("Die Getriebenen") offengelegt, ohne dass all dies in der größtmöglichen Koalition im Bundestag oder im gründeutschen Blätterwald  und in den Leitmedien Aufsehen erregte.


Der Wahlbürger fragt sich, ob de Maizières  neuerlicher Vorstoß in der "Bild"-Zeitung zur Definition einer für Neubürger und feministische Kopftücher tragende Neubürgerinnen, Doppelstaatler (sc.- innen),  Greencard-Besitzer(innen) usw. verbindlichen "deutschen Leitkultur" ohne Zutun der Kanzlerin geschehen ist. Schließlich geht´s darum,  im Hinblick auf die Septemberwahlen der AfD ein paar Prozente abzujagen, die womöglich für die Koalitionsarithmetik ausreichen.Rechenexempel:
Merkel 35 % + Göring-Eckardt/Özdemir 6% + Lindner 7% = ? (Lösung: Jamaika).

Es könnten für Merkel auch ein paar Prozente weniger sein - eine Problemstellung, die sodann als Testfrage fürs Abitur - wahlweise in den Fächern Sozialkunde oder Mathematik - im föderalen Bildungssystem tauglich wäre. Herausgefordert durch de Maizières Provokation fühlt sich insbesondere die Grüne Jugend. Ihr Bundessprecher und - ihre B-in entrüsten sich über de Maizières Werbespruch ("Wir sind nicht Burka"):  "Wir sind nicht Lederhose". Richtig: Züchtige Beinkleider könnten demnächst ein bundesrepublikanisches Kontroversthema abgeben.

Aus der junggrünen Erklärung verdienen folgende Kernsätze Beachtung:
2. Das Leistungsprinzip macht krank und verdient keinen Stolz. Ein gutes Zusammenleben kommt ohne Burn-out, Leistungsdruck und Ellbogenmentalität aus.
3. Die Lehren aus der deutschen Geschichte und der Schoah sind universell. Niemals kann etwas wie deutscher Nationalstolz auf den Gräueltaten des nationalsozialistischen Deutschlands aufgebaut werden.
Lerneifer ist den Junggrünen nicht abzusprechen.  Der erste Satz aus These 3) dürfte indes weder in der Volksrepublik China  noch unter bildungshungrigen Migrantenkindern ohne pädagogische Anstrengung zu vermitteln sein. Der zweite Satz in 3) eignet sich in deutschen Gesamtschulen zur Demonstration von Stilblüten.

Wenn die Grünen sich demnächst in Umfragen der Fünf-Prozent-Grenze nähern sollten, so verdanken sie dies den schulischen Leistungen ihrer Grünen Jugend im Fache "Deutsch (für die schon länger Hierlebenden)".