Samstag, 8. April 2017

Mixta moralia

Dem Blogger steht der Kopf! Es gibt, nein: es gäbe soviel zu kommentieren, aber doch nicht alles auf einmal! Und doch:  Die Bundes- und Weltläufte fordern zu Reaktionen heraus. Letzte Nachricht: Stockholm. War wieder ein aus NRWstammender,  irrtümlich auf einen polnischen Lastwagen gestiegener (Im-)Migrant aufs Gaspedal statt auf die Bremse gestiegen? Wie fällt dann die Osterbotschaft in Schwedens bunter Ex-Staatskirche aus? Sollten die in apostolischer Sukzession   in Bischofsämter eingerückten Damen nicht Verständnis für irregeleitete interkulturelle Aktivisten zeigen?

Wer hat dem nach eigenen Worten höchst flexiblen Trump die Einleuchtung gegeben - nein, die innerste Überzeugung gebracht - , der mörderische Gasangriff in Syrien gehe auf das Konto von Assad, der hätte jetzt nicht nur eine rote Linie, sondern noch viel mehr Linien überschritten? Der IS? Die Nusra-Front oder wie diese Truppe grade heißt? Die alten Neocons? Erdogan? Die CIA? G.W. Bush? Hillary Clinton? Netanjahu? Weeß keener. - Immerhin hat sich Trump jetzt als moralisch sensibler, verantwortungsbewußter Führer der Freien Welt erwiesen. Da können auch seine Intimfeinde,  die global weltverbessernden liberals, nicht mehr meckern. Vielleicht jetzt - nach der FAZ - entdeckt auch Tante Zeit  liebenswerte Züge an Trump? Dazu auch Göring-Eckardt. Nicht aber Trittin. Merkel findet den Militärschlag O.K. Von Steinmeier, der im Herbst 2016 Trump noch für einen "Hassprediger" hielt, ist   -  nunmehr im neuen Amt -  noch nichts zu hören. Gauck hätte über die Grenzen der Friedensliebe  unter veränderten Umständen gesprochen, ganz der Pastor. -  Aber hat Trump auch bedacht, wie sein im Wahlkampf als Geschäftspartner empfohlener  Putin auf den Raketenschlag reagiert? Kommt´s  jetzt noch zu einem "Deal" über Syrien, und überhaupt? Sollte er´s jetzt nicht besser mit China versuchen? Oder besser Nordkoreas Baby Kim eins überziehen?

Warum sich um die Dinge besorgen, die man ohnehin nicht ändern kann? Wenden wir uns lieber  unsrer res publica zu: Sie wird immer demokratischer, freiheitlicher. Auch dazu gibt´s keine Alternative.  Heiko Maas´- einst Oskars  Ziehsohn aus dem Saarland - sorgt sich um die Freiheit. Deshalb hat er - haste nicht gesehen - ein Gesetz gegen hate speech und alles was dazu gehört auf den Weg gebracht: In spätestens 24 Stunden soll - bei zusätzlich deftiger Strafbemessung für die Schuldigen - alles von der demokratischen Inspektionsbehörde vom Netz entfernt werden, was den Maasschen und Merkelschen - die FDJ-Sekretärin kennt sich in Sachen "staatsfeindliche Hetze" bestens aus - Moralvorstellungen nicht entspricht.

In den Bestseller-Listen von "Spiegel" und - längst viel wichtiger und mächtiger - bei "Amazon" steht "1984" in frischer Übersetzung (?) seit Wochen ganz oben. Das ist doch wenigstens mal ne gute Nachricht.