Mittwoch, 29. April 2015

Betrachtung in Stichworten; Rezension in "Iablis"

Ein Blog nötigt zum Bloggen oder zum "Posten". Ich bitte das Publikum um Nachsicht, wenn ich mich nachfolgend auf ein paar Stichworte beschränke:

Vom politischen Kalender her wären allerlei  Betrachtungen geboten - beispielsweise über die von einem realen oder vermeintlichen Chirurgen angeführten, mit Motorrädern  - BMW?!? Harley Davidson? Kawasaki? chinesische Billigware? - ausgerüsteten  russischen "Nachtwölfe", deren erklärte Absicht, den 9. Mai ("Tag des Sieges") 2015 in Berlin zu feiern, an der polnischen und litauischen Grenze scheiterte. Schade, ein Aufzug der "Wölfe"  als patriotischer Motorradgang am Brandenburger Tor, hätte, einen Tag nach dem 8. Mai,  in den TV-Nachrichten einen eindrucksvollen Kontrast zu den zu erwartenden Szenen aus dem Reichstag geboten. Dort begeht der Bundestag den 8. Mai mit einer Rede des Historikers Heinrich August Winkler (Der lange Weg nach Westen,  Nachauflage 2014), geb. 1938 in Königsberg/Pr.

Die von Winkler als einem der letzten Protagonisten verfochtene These vom deutschen "Sonderweg" enthält eine spezifische  biographische und geographische Pointe. Andreas Hillgruber (1925-1989), wie Winkler aus Ostpreußen stammend, durfte während des von dem Sozialphilosophen J. Habermas 1986 ausgelösten  "Historikerstreits" (s. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/historikerstreit-die-habermas-methode-13568.html)  seitens seines Landsmannes auf keinerlei Nachsicht rechnen.

Denkbar wären auch ein paar Bemerkungen über den vorwahlkampfbedingten - in der Parteiendemokratie befinden wir uns bekanntlich in einer Art permanenten Wahlkampfes um die Gunst des mündigen Bürgers - über die eigenwillige Ausweitung des Sicherheits- und Spionageauftrags des BND auf das Inland und auf das befreundete EU-Nachbarland in Kooperation mit der NSA. Wenn es um den  Schutz unserer Werte geht, die womöglich durch das aufs Materielle gerichtete Werteverständnis unserer Industrie in Frage gestellt werden könnten, sollte man nicht allzu zimperlich sein. Im Grunde geht´s wohl in der SPD, bei den Grünen, bei den "Linken" ohnehin, selbst in der CDU darum, Thomas de Maizière  als Politiker von Rang endgültig abzuschießen. Wer redet heute noch von der Affaire Edathy-Oppermann? Da kommt auch die Aufregung über das hitzeunverträgliche Standardgewehr der Bundeswehr gerade recht. Wohin mit den 300 000 Schießinstrumenten? Auf dem Schwarzen Waffenmarkt gäbe es sicher hinreichend Nachfrage, die Preise für die altbewährte Kalaschnikow würden fallen...

Geringe Genugtuung empfindet der Blogger darüber, dass seine Vorhersage, das kriegerische Spiel im Donbass werde trotz Minsk II noch einige Zeit anhalten, sich zu bestätigen scheint. Die Kämpfe entwickeln sich in Richtung des strategisch wichtigen Hafens Mariupol.

Zu den "humanitären Katastrophen" fällt dem Blogger nichts Neues ein:Die EU-"Eliten"  und die  "Zivilgesellschaft" liefern Anschauungsmaterial zur Weberschen Dialektik von Verantwortungsethik und Gesinnungsethik. Dass "der Westen" das politische Chaos im Irak, in Libyen, zuletzt - zumindest indirekt durch die Unterstützung diverser vermeintlich "demokratischer" Anti-Assad-Kräfte - in Syrien mitverursacht hat, ist angesichts des Flüchtlingselends kein Trost, aber eine Erklärung. (Siehe dazu auch meine Einträge vom 22.10.2014 http://herbert-ammon.blogspot.de/2014/10/verursacherprinzip-fur-nahost.html, vom 16.10.2013 http://herbert-ammon.blogspot.de/2013/10/humanitare-katastrophen-allerorten.html, vom 08.08.2013 http://herbert-ammon.blogspot.de/2013/08/grundsatzfragen-zum-burgerkrieg-in.html, vom 20.04.2013 http://herbert-ammon.blogspot.de/2013_04_01_archive.html sowie vom 07.04.2013 http://herbert-ammon.blogspot.de/2013/04/in-der-gestrigen-samstagausgabe-der-faz.html.)

Last but not least: Ich verweise die Blog-Gemeinde auf meine letzte Buchbesprechung zzu "Medienmacht" - oder "Medienabhängigkeit" - in Iablis Jgg. 2015: H.A.: "Die Journalisten und ihre  ´Netzwerke´- zur demokratischen Theorie und Praxis de deutschen Medien".