Sonntag, 8. März 2026

Poem (A.D. 2025)

 

 

Alles was noch der Fall ist

 

Alles, was der Fall ist,

haben weit vor unsrer Zeit

die Denker und Dichter, die Weisen,

kraft hellen Sinnes erfahren,

erfasst, bewegt, erwogen, widerlegt,


gesagt und in Sätze gefasst.

Manche Texte, einst gehütet von Mönchen,

sind in Teilen, gesteh´ ich, noch ungelesen.

Manches verstaubt in den Bücherständen,

doch zuhanden, und in Teilen verstanden.


Und alles, was jetzt über Gut und Böse, Frieden und Krieg,

Mensch und Natur so zu hören man kriegt,

von Virtuosen der Tugend, erregten Actricen,

von Hegemonen und Hypokriten.

Das schlägt aufs Gemüt.


Alles. Mit verschlissenen Dogmen,

und polierten Begriffen, entleert von Ideen,

belehren sie dich, mich und den dêmos,

den sie verachten: Seht nur, seht her, wir stehn

schon wieder vor des Vergangnen Wiederkehr

 

Wir aber, geboren in Bitterkeit

wir wissen, was wirklich war und voll Leid.

Alles, was ist, was wird, was ihr seid,

ist im Fluss. Unlängst entließ man den Lotsen,

der im Strom uns lenkte hin zu den Toten.


Kannte alles im All,

und was sonst noch der Fall ist. 

 

                                       Poem zum Geburtstag eines Freundes (02.02.2025),                                                                                    Herbert Ammon