Montag, 29. März 2021

Rezension: Allzu steile Thesen in der jüngsten Biographie zu Sophie Scholl

Für Leser (sc. -innen) meines Blogs, die den Text noch nicht aus anderen Quellen kennen, stelle ich hier  die Einleitung sowie den Link zu meiner  Rezension des Buches auf The European vor:

 

I.

Um die „Weiße Rose“ rankten sich seit den 1950er Jahren, als die älteste Schwester Inge Scholl ihr mit Fehlinformationen behaftetes Buch veröffentlichte, allerlei Legenden. Unter gänzlich anderen historischen Bedingungen berufen sich heute „linke“ und „rechte“ politische Aktivisten auf das Vermächtnis der jungen Märtyrer. Jüngst hat sich die „Seawatch“-Aktivistin Carola Rackete in die geistige Nachfolge von Sophie Scholl gestellt.

Mit Realgeschichte – „wie es eigentlich war“ – hat das alles wenig zu tun. Indes unterliegt die Historie unvermeidlich der Deutung und Umdeutung durch die Nachgeborenen. Im Zuge jüngerer feministischer Geschichtsdeutung wurde Sophie Scholl ins Zentrum des Gedenkens gerückt, so bereits anno 2003 mit der Aufstellung einer Büste in der Walhalla bei Regensburg. Zitatwürdig ist eine Fehlleistung des Bundespräsidenten Steinmeier, der anno 2019 anläßlich einer Gedenkfeier zum 20. Juli an das „Schicksal der Gruppe um Sophie Scholl“ erinnerte. (Zoske, Sophie Scholl, 295) Die treibende Kraft der „Weißen Rose“ war von Anbeginn Hans Scholl, noch ehe er im Juli 1942 zusammen mit Alexander Schmorell mit Flugblättern zum aktiven Widerstand überging. 

[...]

https://www.theeuropean.de/herbert-ammon/neue-biografie-ueber-sophie-scholl/ 

 

 

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